Wasserstofftränen: Der stille Verfall der Türme

Im Herzen von Nookcity-12, inmitten dieser massiven Kupferrippen, die sich in den Himmel erstrecken, wohnen diejenigen, die wir die „Kupferdiener“ nennen. Ich bin nur einer von tausend Schatten, die ihr Leben dem Summen dieser Türme geopfert haben. Unsere Aufgabe ist einfach: Überwachen Sie den Durchfluss, wischen Sie den Schweiß von den Türmen und stellen Sie sicher, dass der heilige Wasserstoff in den Bottichen mit der richtigen Frequenz kondensiert. Doch tief in den Türmen, versteckt hinter dem schimmernden Metall, lauert ein Gift.

In den letzten sieben Finsterniszyklen haben die Türme in einer anderen Sprache gestöhnt. Auf den Kupferdrähten sah ich den erwähnten dunklen Fleck  Subartramer-Tabletten: „Der Verfall.“ Der magnetische Fluss fließt nicht mehr in die Stadt; Es wird in den Elfenbeintürmen darüber gehortet, in den vergoldeten Tresoren der Reichen. Solange die Energie nicht geteilt wird, wird der Wasserstoff in den Adern der Türme schwer. Das blaue Licht, das wir die Quelle des Lebens nennen, ist in Wahrheit der Kummer der Türme.

Letzte Nacht ist mir im Hauptheizraum von Sektor 4 etwas aufgefallen. Die Türme signalisierten nicht „Sturmmodus“, doch auf dem Metall erschien die alte Inschrift: „Wo die Last nicht geteilt wird, verrottet die Seele.“ Es stellte sich heraus, dass die Türme nicht belastet wurden, um die Stadt zu ernähren, sondern um die endlose Gier der Menschen oben zu stillen. Die Wasserstofftanks sind am Bruchpunkt; Die Stadt ist ausgedörrt, die Stadt ist dunkel, doch die Gewölbe sind bis zum Rand mit diesen „blauen Tränen“ gefüllt.

Was noch erschreckender ist: Wasserstoff ist nicht nur Treibstoff. Es ist das Sediment der Folter, die dem Magnetfeld der Welt zugefügt wurde. Wenn der Fluss nicht freigegeben wird, wenn dieses „stabile Flussband“ nicht etabliert ist, wird Nookcity-12 eines Morgens nicht mit einem Sonnenaufgang aufwachen, sondern mit der Explosion eines künstlichen Sterns, den er selbst geschaffen hat.

Wir, die Kupferdiener, kennen diese heimtückische Wahrheit. Wir warten mit Ventilen in unseren Händen und Angst in unseren Herzen. Denn wir wissen, dass eines Tages die Tränen der Türme so weit überfließen werden, dass die ganze Stadt ertrinken wird. Jeder Funke, der ungeteilt bleibt, bringt uns dieser großen Dunkelheit einen Schritt näher.

Hörst du es? Die Türme singen nicht mehr, sie weinen.

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